Die Liebe höret nimmer auf.

Man muß nicht nach Indien fahren, um das Taj Mahal als monumentales Zeugnis für die immer währende Liebe des Großmoguls Sha Jahan zu seiner Frau Mumtaz zu besichtigen. Liebes- und Leidensgeschichten wiederholen sich an unterschiedlichen Plätzen und zu verschiedenen Zeiten und sind wohl so alt wie die Menschheit selbst.

Eine ganz besondere Geschichte hierzulande ist die zwischen dem württembergischen König Wilhelm I. und seiner Frau Katharina Pawlowna. Wilhelm verliebte sich in seine Cousine Großfürstin Katharina von Russland und heiratete sie 1816, nachdem seine erste Ehe annulliert wurde. Die beiden Jungvermählten hatten allerdings einen denkbar schlechten Start ins Ehe- und Regierungsleben, denn die Zeit war geprägt von Mißernten und Hungersnot. In dieser schwierigen Situation für Volk und Regierung hielt das Paar zusammen, König Wilhelm I. kümmerte sich um den Ausbau der Landwirtschaft und gründete unter anderem in Hohenheim eine Landwirtschaftliche Versuchsanstalt aus der später die Universität Hohenheim hervorging.

Katharina jedoch widmete sich den Armen und Kranken und gründete zahlreiche wohltätige Vereine. Das heutige Katharinenhospital in Stuttgart geht auf ihr Engagement zurück. Die Bevölkerung liebte und verehrte ihre Königin für diese großherzigen Taten, doch keine Liebe ohne Schatten. König Wilhelm I. konnte die Finger nicht von seiner ehemaligen Geliebten Blanche La Fleche lassen, mit der er schon vor seiner Ehe mit Katharina ein Verhältnis hatte.

Katharina erwischte die beiden in Scharnhausen, in der Nähe von Stuttgart und fuhr daraufhin mit offenem Verdeck nach Stuttgart und voller Fahrt zurück und starb daraufhin einige Tage später an der Grippe, die sie sich deswegen zuzog. Andere wiederum erzählen sich, dass sie nur mit einem dünnen Kleid bei bitterer Kälte in den Garten des Neuen Schlosses begab und sich so die Erkältung zuzog. Der eigentliche Grund für ihren frühen Tod aber war wohl ihr gebrochenes Herz.

König Wilhelm I. versprach ihr noch zu Lebzeiten einen einzigartigen Platz für ihre letzte Ruhestätte. Ob es nun die späte Reue war oder doch der Schmerz über den Verlust seiner großen Liebe, Fakt ist, Wilhelm I. ließ für seine Katharina auf dem Rotenberg, auf dem noch die alte Stammburg der Württemberger stand, eine Grabkapelle errichten, die seit ihrer Erbauung weithin sichtbar ist. Erbaut wurde die Kapelle von Hofbaumeister Giovanni Salucci, der sie als Rundbau errichtete. König Wilhelm I. ließ über den Eingang die Inschrift “Die Liebe höret nimmer auf” anbringen. Er selbst wurde nach seinem Tod an der Seite Katharinas beigesetzt, so sind die beiden Liebenden im Tod wieder vereint.

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